Pressemitteilung vom 31.03.2017

  

Entschädigung für DDR-Heimkinder

 

Die Bundesregierung blockiert ein Gesetz zur Verbesserung der Lage ehemaliger DDR-Heimkinder.

 

Das ist nicht nur beschämend, sondern für die Betroffenen in keiner Weise nachvollziehbar. Selbstverständlich müssen diese ehemaligen Heimkinder rehabilitiert werden, wenn sie aufgrund der politischen Verfolgung und Inhaftierung ihrer Eltern in ein Kinderheim eingewiesen wurden. Das Eine kann das Andere nicht ausschließen.

 

Katrin Behr, Vorsitzende des Vereins OvZ-DDR e.V. (Hilfe für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen) fordert die Bundesregierung auf, umgehend eine Entscheidung im Sinne der Betroffenen herbeizuführen.

 

Sie selbst und ihr Bruder, warten seit 2009 auf die strafrechtliche Rehabilitierung ihrer zu Unrecht erfolgten Heimzeit. Der damalige Einweisungsgrund „Inhaftierung der Mutter“ liegt der zuständigen Rehabilitierungskammer vor. Dennoch reicht es immer noch nicht aus, um endlich wie ihre Mutter (2012) strafrechtlich rehabilitiert zu werden.

Behr weiß, dass sie keine Einzelschicksale sind. Wie lange sollen all die Betroffenen noch warten? Wir reden hier nicht von irgendwelchen Vorgangsnuummern auf Jugendhilfeakten, sondern wir reden von Menschen.

 

Behr kritisiert ebenso, dass nebst der politischen Verfolgung oder Inhaftierung der Eltern, sämtliche Folgeurteile wie Sorgerechtsentzüge und Adoptionsfreigaben durch die damalige DDR-Diktatur bis heute noch rechtskräftig sind. Wenn Eltern strafrechtlich rehabilitiert werden, müssen auch sämtliche Folgeurteile aufgehoben werden.

     

Katrin Behr

Vorsitzende OvZ-DDR e.V.

 

Pressemitteilung 30.05.2016

Internationaler Kindertag – fehlende Aufarbeitung zahlloser Schicksale ehemaliger DDR-Heimkinder

Der OvZ - DDR e.V. (Hilfe für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen) fordert: weitere
DDR-Heimkinder zu rehabilitieren

OvZ - DDR - Vorsitzende Katrin Behr befürwortet die Initiative von Ministerin Kuder zurÄnderung des Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes und fordert zugleich die
Rehabilitierung weiterer ehemaliger DDR-Heimkinder, die sich in Spezial- und
Durchgangsheimen befanden.

Behr unterstützt ebenso die Initiative zur Änderung des Strafrechtlichen
Rehabilitierungsgesetzes von Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Uta-Maria Kuder. Sie will in einer Bundesratsinitiative am 1. und 2. Juni 2016 erreichen, dass ehemalige Heimkinder auch dann rehabilitiert werden können, wenn ihre Heimunterbringung nur deshalb angeordnet wurde, weil die Eltern politisch verfolgt und inhaftiert worden waren.

Die derzeitige Rechtslage widerspricht auch nach Ansicht von Frau Kuder dem Zweck des Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes, wonach staatliches Unrecht in der DDR wiedergutzumachen ist. Ehemals betroffene Kinder und Jugendliche, die wegen der politischen Inhaftierung in ein Kinderheim kamen, würden damit endlich nach 26 Jahren deutscher Wiedervereinigung eine anerkennende „Wiedergutmachung“ für ihr erlittenes Unrecht erhalten.

Doch dem Verein OvZ - DDR ist das zu wenig! „Auf Grund der dominierenden unerträglichen und menschenrechtsverletzenden Zuständen, müssen die ehemaligen DDR-Heimkinder aus Spezial- und Durchgangsheimen grundsätzlich rehabilitiert werden, egal, ob politisch verfolgt oder nicht“.

Am 01. Juni ist „Internationaler Kindertag“. Wir erinnern an die ehemaligen Kinder und Jugendlichen, die in den erwähnten Einrichtungen so viel Unrecht erleiden mussten.

Mit freundlichen Grüßen
Katrin Behr
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Vereinsvorsitzende OvZ-DDR e.V.

 

 

 

 

27. August 2015

Pressemitteilung OvZ-DDR e.V. zur gemeinsamen Veranstaltungstag "Aus dem Schatten ins Licht"

Sehr geehrte Damen und Herren,

„Aus dem Schatten ins Licht“
Das ehemalige Kaßberg-Gefängnis öffnet am 29.08.2015 von 14.00 bis 20.00 Uhr seine Tore für eine gemeinsame Veranstaltung, um an das politische Unrecht in der DDR an diesem authentischen Ort zu erinnern.

Veranstalter ist der Verein OvZ-DDR e.V. (Hilfe für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen), der in Zusammenarbeit mit anderen Initiativen, wie der Verein Lern- und Gedenkort Gefängnis Kaßberg e.V., der Betroffeneninitiative Sexueller Missbrauch in DDR-Heimen e.V. und der Union der kommunistischen Gewaltherrschaft e.V.

Neben den Veranstaltern sprechen unter anderem Philipp Rochold, Sozial-Bürgermeister der Stadt Chemnitz, Neumann-Becker, Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen Sachsen-Anhalt und Manuela Rummel, GJWH Torgau, Vortrag zur Ausstellungseröffnung „Auf Biegen und Brechen“.

Im Hafthaus ist die Ausstellung „Auf Biegen und Brechen“ zu sehen, eine spezielle Ausstellungszelle wird eröffnet. Karl-Heinz Bomberg stellt sein Buch „Verborgene Wunden – Spätfolgen politischer Traumatisierungen in der DDR“ vor. Besucher können im Rahmen von Führungen das Gefängnis besichtigen. Zeitzeugen werden für Gespräche und Fragen zur Verfügung stehen. Daneben gibt es ein breites Begleitprogramm. Die Initiativen stellen sich an Info-Ständen vor.
Im Außenbereich treten ab 16 Uhr verschiedene Musiker unentgeltlich auf, um die Veranstaltung künstlerisch zu unterstützen.

Der Sächsische Landesbeauftragte unterstützt die Tagung, weil er es wichtig findet, dass gerade an dem Ort, der jahrzehntelang als Drehscheibe für den Freikauf von politischen Häftlingen fungierte, an das Unrecht erinnert wird. Dennoch ist gerade vor Ort eine lebendige Auseinandersetzung mit der Vergangenheit von Nöten. Die Aktivitäten verschiedener Verfolgtengruppen an diesem Ort sind verknüpfend, was somit auch die überregionale Bedeutung des Ortes unterstreicht.

Lutz Rathenow zur Veranstaltung:
"Dass sich verschiedene Initiativen und Vereine immer wieder zusammenfinden, um diesen Ort, wenigstens ab und zu der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und über seine Geschichte zu informieren, begrüße ich sehr. Dennoch bedarf es stetiger Formen der Erinnerung, denn eine Gedenkstätte kann nicht dauerhaft und ausschließlich von ehrenamtlichem Engagement getragen werden. Hier sind Land und Kommune gefragt."

Katrin Behr
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Vereinsvorsitzende OvZ-DDR e.V.


Presseerklärung OvZ-DDR e.V. am 06. Mai 2015

Mehr zum Fall unter: mdr exakt vom 07.10.2015

Der Verein OvZ-DDR e.V.  ist über den Beschluss des BGH´s fassungslos  

Zitat: „Der bloßeursächliche Zusammenhang mit einer gegen die Eltern gerichteten Verfolgungsmaßnahme,der bestehen kann, wenn die Anordnung der Unterbringung

in einem Heim für Kinderoder Jugendliche durch die Inhaftierung der die elterliche Sorge ausübendenEltern veranlasst wurde, reicht dagegen nicht aus, um dieUnterbringungsanordnung selbst als Akt der politisch en Verfolgung zuqualifizieren.“

mit großen Bedauern musstenwir feststellen, dass der Bundesgerichtshof in seinem Beschluss vom 25. März2015 (Az.: 4 StR 525/13), entgegen der Rechtsauffassung des vorlegendenOberlandesgerichts, noch dem Antrag des Generalbundesanwalt, gefolgt ist. Diesewaren, wie auch wir, dafür, dass Heimeinweisungsbeschlüsse immer fürrechtsstaatswidrig zu erklären und aufzuheben, wenn sie ausschließlich deshalberfolgte, weil die Eltern oder das sorgeberechtigte Elternteil als Opferpolitischer Verfolgung inhaftiert wurde.

Es kann nicht sein, dassdie damals betroffenen Opfer immer noch in der Beweispflicht sind, nachzuweisen,dass sie als Kind ebenso politisch verfolgt wurden. Das ist fast unmöglich, daviele Unterlagen aus Heimakten, Vermittlungsakten oder Jugendakten nicht mehrvorhanden sind, kaum Einsicht gewährt wird oder keine Kopien ausgehändigt werden.

Wären die Eltern nicht inDDR politisch verfolgt und inhaftiert wurden, hätten die Kinder nicht in einHeim eingewiesen werden müssen. Viele der damals betroffenen Kinder undJugendliche sind bis heute von den damaligen Erlebnissen (Trennung von derFamilie, Menschenrechtverachtende Praktiken in Heimen) schwer traumatisiert. Esist ein Trugschluss, dass die damalige Jugendhilfe der DDR versuchte, dieKinder in deren Familien zu lassen. Einweisungen in Kinderheime und oderZwangsadoptionen dienten der DDR-Diktatur als doppelte Bestrafung für dieSystemkritiker.  

Dabei waren genau diedamals Minderjährigen noch Kinder und Jugendliche, die bis heute nicht alspolitisch Verfolgte anerkannt sind.

Wir als Verein würden essehr begrüßen, wenn die strafrechtliche Rehabilitierung dieser Heimzeit imSinne der Betroffenen gefällt werden. Wir rufen als Verein zur nächstenKundgebung am 13.06.2015 in der Zeit von 13-15 Uhr auf dem Pariser Platz inBerlin auf. Thema „VergesseneDDR-Opfergruppen fordern ihre sofortige Aufnahme in die Rehabilitierungsgesetze(StRehaG)“

Katrin  Behr  
Vereinsvorsitzende  OvZ - DDR e.V.