PM – Beschluss des BGH´s vom 25. März 2015 zur „Sippenhaft“ in der DDR

Presseerklärung zum

Beschluss des BGH´s vom 25. März 2015 zur „Sippenhaft“ in der DDR

Der Verein OvZ-DDR e.V.  ist über den Beschluss des BGH´s fassungslos,

Zitat: „Der bloße ursächliche Zusammenhang mit einer gegen die Eltern gerichteten Verfolgungsmaßnahme, der bestehen kann, wenn die Anordnung der Unterbringung

in einem Heim für Kinder oder Jugendliche durch die Inhaftierung der die elterliche Sorge ausübenden Eltern veranlasst wurde, reicht dagegen nicht aus, um die Unterbringungsanordnung selbst als Akt der politisch en Verfolgung zu qualifizieren.“

Mit großen Bedauern mussten wir feststellen, dass der Bundesgerichtshof in seinem Beschluss vom 25. März 2015 (Az.: 4 StR 525/13), entgegen der Rechtsauffassung des vorlegenden Oberlandesgerichts, noch dem Antrag des Generalbundesanwalt, gefolgt ist. Diese waren, wie auch wir, dafür, dass Heimeinweisungsbeschlüsse immer für rechtsstaatswidrig zu erklären und aufzuheben, wenn sie ausschließlich deshalb erfolgte, weil die Eltern oder das sorgeberechtigte Elternteil als Opfer politischer Verfolgung inhaftiert wurde.

Es kann nicht sein, dass die damals betroffenen Opfer immer noch in der Beweispflicht sind, nachzuweisen, dass sie als Kind ebenso politisch verfolgt wurden. Das ist fast unmöglich, da viele Unterlagen aus Heimakten, Vermittlungsakten oder Jugendakten nicht mehr vorhanden sind, kaum Einsicht gewährt wird oder keine Kopien ausgehändigt werden.

Wären die Eltern nicht in DDR politisch verfolgt und inhaftiert wurden, hätten die Kinder nicht in ein Heim eingewiesen werden müssen. Viele der damals betroffenen Kinder und Jugendliche sind bis heute von den damaligen Erlebnissen (Trennung von der Familie, Menschenrechtverachtende Praktiken in Heimen) schwer traumatisiert. Es ist ein Trugschluss, dass die damalige Jugendhilfe der DDR versuchte, die Kinder in deren Familien zu lassen. Einweisungen in Kinderheime und oder Zwangsadoptionen dienten der DDR-Diktatur als doppelte Bestrafung für die Systemkritiker.

Dabei waren genau die damals Minderjährigen noch Kinder und Jugendliche, die bis heute nicht als politisch Verfolgte anerkannt sind.

Wir als Verein würden es sehr begrüßen, wenn die strafrechtliche Rehabilitierung dieser Heimzeit im Sinne der Betroffenen gefällt werden. Wir rufen als Verein zur nächsten Kundgebung am 13.06.2015 in der Zeit von 13-15 Uhr auf dem Pariser Platz in Berlin auf. Thema „Vergessene DDR-Opfergruppen fordern ihre sofortige Aufnahme in die Rehabilitierungsgesetze (StRehaG)“

Katrin Behr

Vorsitzende OvZ-DDR e.V.

Podiumsdiskussion – Zwangsadoptionen in der DDR

Podiumsdiskussion – Zwangsadoptionen in der DDR

Anlässlich des Weltkindertages lädt das Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. am Mittwoch, den 20. September 2017 um 18:30 Uhr zu einer Gesprächsrunde über erzwungene Kindeswegnahmen in der DDR ein.

Betroffene haben die Möglichkeit, bei der Veranstaltung mit Katrin Behr in Kontakt zu kommen, die als Kind selbst zwangsadoptiert wurde und sich seit vielen Jahren erfolgreich im Verein „Hilfe für Opfer von DDR-Zwangsadoptionen e.V.“ engagiert. Sie wird am kommenden Mittwoch aus ihrer Vereinsarbeit berichten und mit anderen Betroffenen über ihre individuellen Erfahrungen sowie über Chancen und Schwierigkeiten bei der Aufarbeitung der Thematik sprechen. Im Rahmen der Veranstaltung wird zudem die neugestaltete Ausstellung mit Suchanzeigen auf dem Hof des Menschenrechtszentrums Cottbus präsentiert. Diese Ausstellung sowie die von Katrin Behr ins Leben gerufene Internetseite www.zwangsadoptierte-kinder.de bietet Kindern, Eltern und Geschwistern die Möglichkeit,  nach ihren Angehörigen zu suchen. Schon viele Familien konnten auf diese Weise wieder zusammengeführt werden.

Veranstaltungsort
Menschenrechtszentrum Cottbus e.V., Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Straße 140
03050 Cottbus


Wir freuen uns über die Einladung ins Menschenrechtszentrum Cottbus

An der Podiumsdiskussion nehmen folgende Zeitzeugen teil.

Katrin Behr (Zwangsadoptierte, Vorsitzende des OvZ-DDR e.V.)

Singora-Viola Greiner-Willibald (Mutter einer betroffenen Zwangsadoption, stellv. Vorstandsmitglied OvZ-DDR e.V.)

Esther F. (Zwangsadoptierte, Vereinsmitglied OvZ-DDR e.V.)


rbb24 – Beitrag

Was muss das für ein Gefühl sein, wenn einem das eigene Kind nach der Geburt weggenommen wird. Zwangsadoptiert. Tausende Familien sind in der DDR durch Zwangsadoptionen zerissen worden. Viele Betroffene versuchen immer noch, die Puzzlestückchen ihrer Biographie zusammenzufügen. Von Anja Kabisch

PM – Entschädigung für DDR-Heimkindern

Entschädigung für DDR-Heimkinder

Die Bundesregierung blockiert ein Gesetz zur Verbesserung der Lage ehemaliger DDR-Heimkinder.

Das ist nicht nur beschämend, sondern für die Betroffenen in keiner Weise nachvollziehbar. Selbstverständlich müssen diese ehemaligen Heimkinder rehabilitiert werden, wenn sie aufgrund der politischen Verfolgung und Inhaftierung ihrer Eltern in ein Kinderheim eingewiesen wurden. Das Eine kann das Andere nicht ausschließen.

Katrin Behr, Vorsitzende des Vereins OvZ-DDR e.V. (Hilfe für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen) fordert die Bundesregierung auf, umgehend eine Entscheidung im Sinne der Betroffenen herbeizuführen.

Sie selbst und ihr Bruder, warten seit 2009 auf die strafrechtliche Rehabilitierung ihrer zu Unrecht erfolgten Heimzeit. Der damalige Einweisungsgrund „Inhaftierung der Mutter“ liegt der zuständigen Rehabilitierungskammer vor. Dennoch reicht es immer noch nicht aus, um endlich wie ihre Mutter (2012) strafrechtlich rehabilitiert zu werden.
Behr weiß, dass sie keine Einzelschicksale sind. Wie lange sollen all die Betroffenen noch warten? Wir reden hier nicht von irgendwelchen Vorgangsnummern auf Jugendhilfeakten, sondern wir reden von Menschen.

Behr kritisiert ebenso, dass nebst der politischen Verfolgung oder Inhaftierung der Eltern, sämtliche Folgeurteile wie Sorgerechtsentzüge und Adoptionsfreigaben durch die damalige DDR-Diktatur bis heute noch rechtskräftig sind. Wenn Eltern strafrechtlich rehabilitiert werden, müssen auch sämtliche Folgeurteile aufgehoben werden.

Katrin Behr

Vorsitzende OvZ-DDR e.V.

Opfer verabschieden sich mit großer Freude von Margot Honecker

Opfer verabschieden sich mit großer Freude von Margot Honecker

Nun kann sie nichts mehr leugnen

Mehrere Dutzend Opfer des SED-Regimes der DDR, darunter Betroffene von Zwangsadoptionen und Bewohner von Jugendwerkhöfen, versammeln sich am Alexanderplatz in Berlin, um den Tod von Margot Honecker zu feiern.

Die Veranstaltung wurde in Rücksprache mit dem Initiator Stefan Lauter, durch den OvZ-DDR e.V. polizeilich angemeldet.

Heute um 14 Uhr ist der Treff an der Weltzeituhr. Initiator ist Stefan Lauter, der vor vielen Jahren schon diese Idee hatte und der wir uns gerne anschliessen. Jede anwesende Person ist selbst dafür verantwortlich, dass was er / sie mitbringt, zum Schluss auch selbstsändig zu entsorgen.

Geschädigte durch das damaligen DDR-Ministerium für Volksbildung (Ministerin Margot Honecker) möchten mit dem Tod der einstigen Ministerin auf ihre Schicksale aufmerksam machen.

UOKG-Pressemitteilung zum Tod Margot Honeckers – Link

Artikel der BZ – Link


Weitere Bilder vom Fotografen Thorsten Strasas finden Sie unter dem Link

Foto: Thorsten Strasas

 

Wo ist mein Kind

Wo ist mein Kind

Quelle – Staatlich organisierte Zwangsadoption in der DDR und ihre Opfer

Einladung der Cottbuser Runde

Durch das SED-Regime wurden Zwangsadoptionen als Mittel zur Verfolgung nicht konformer Familien und Menschen genutzt. Insgesamt gab es ca. 72000 Adoptionen. Kinder wurden ihren leiblichen Eltern weggenommen, die oft mit perfiden Erpressungsmethoden gezwungen wurden, ihre Zustimmung zu der Adoption zu geben.

Was dies für die Opfer bedeutete, und welches Leid noch heute damit verbunden ist, darüber wird öffentlich viel zu wenig diskutiert. Bis heute ist dieser Teil der Repressionsgeschichte des SED-Regimes zudem kaum wissenschaftlich aufgearbeitet. Oft wird Betroffenen noch heute mit Hinweis auf den Persönlichkeitsschutz Auskunft verweigert.

Wir haben Opfer vom Verein „Hilfe für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen, OvZ-DDR e.V.“ eingeladen, uns ihre Geschichte zu erzählen.

Herzliche Einladung!

Datum und Uhrzeit