Kundgebung

02.08.2014

Veranstalter:
OvZ-DDR e.V. (Hilfe für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen) in Kooperation mit der UOKG e.V.

Wir möchten euch alle (Betroffene, Interessierte) sehr herzlich zu unserer nächsten Veranstaltung einladen.

Was wollen wir erreichen? Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass es noch viele Opfergruppen gibt, die bisher zu wenig beachtet werden. Es gibt keinen Unterschied, ob es die Gruppe der Betroffenen von DDR-Zwangsadoptionen betrifft oder die Gruppe von Kinder und Jugendlichen, die in DDR-Spezialheimen / Jugendwerkhöfen waren oder ob es die verfolgten Schüler sind oder die sexuell missbrauchten Opfer in DDR-Einrichtungen betrifft u.v.m..

Fakt ist, dass wir alles Kinder und Jugendliche waren. Wir alle wurden auf unterschiedlicher Art und Weise in unserem Leben beschnitten und wir müssen bis heute mit den Auswirkungen leben.

Wir wollen auf die Ungleichbehandlung aufmerksam machen, welche die Annahmefristen für den Heimfond Ost und die strafrechtliche Rehabilitierung betreffen.

Wir wollen mehr Aufklärung in Bildungseinrichtungen. Die DDR wird in den Schulen nicht mehr als 2 Wochen behandelt, im Vergleich zum 2. Weltkrieg.

Wir fordern strafrechtlliche Rehabilitierung für die Betroffenen die in DDR-Spezialheime und Jugendwerkhöfen waren.
Wir fordern unbegrenzte therapeutische Hilfe für Missbrauchsopfer, die so etwas in DDR-Heimen erleben mussten.
Wir fordern die Aufklärung über eine erfolgte Adoption. Viele Adoptierte waren vor ihrer Adoption in einem Heim. Wenn sie über den Status bis jetzt nicht aufgeklärt wurden bzw. bald werden, können sie keine Leistungen aus dem Heimfond Ost beantragen.
Wir fordern die Rehabilitierung von Zwangsadoptionen und deren Auflösungen, wenn dies von den Betroffenen gewünscht wird.
Wir fordern Anerkennung und weitere Aufarbeitung des erlebten SED-Unrechts. Wir sind keine Täter, sondern Opfer!

Ein paar Fragen, warum wir diese Veranstaltung ins Leben rufen.
Wer fragt nach uns? Niemand!
Warum? Weil die Öffentlichkeit von uns kaum etwas wahrnimmt.
Woran liegt das? Die Betroffenen äußern sich über ihr Schicksal, und aus unterschiedlichen Gründen, nicht bzw. kaum in der Öffentlichkeit.
Wieso nicht? Scham, Angst, keine Kraft dafür, Krankheit, Resignation
Ändern wir etwas damit? NEIN! Es wird niemand an unserer Tür klopfen und nachfragen, ob wir Hilfe bei der Bewältigung unserer Traumen benötigen oder wie man uns helfen kann, dass wir damit leben können.
Was können wir machen? Wir können ALLE auf die Straße gehen und auf uns aufmerksam machen.
Bringt das etwas? Das werden wir herausfinden, wenn wir es tun?
Was, wenn es nichts bringt? Wir können weiter herum jammern und meckern, wie ungerecht die Welt doch ist oder wir können in den Spiegel sehen und sagen, dass wir es ZUSAMMEN probiert haben und nicht aufgeben werden. Wir können erkennen, dass wir nicht allein mit unseren Traumen dastehen und das ein Zusammenhalt aller Beteiligten eine enorme Kraft für jeden Einzelnen sein kann. Und, wir haben und werden nicht aufhören, um Gehör in der Öffentlichkeit zu bekommen.
Worum geht es nicht? Es geht nicht darum, dass jeder für sich alleine kämpft. Jeder Mensch, jede Hilfsorganisation, jede Aufarbeitungsorganisation hat seine Daseinsberechtigung und ist für jedes einzelne Thema wichtig.
Was könnt ihr machen?
Kommt zu unserer Veranstaltung. Bringt entsprechende Plakate oder sonstiges mit, was für euer Thema wichtig.
Was müsst ihr dafür investieren?
Eure Zeit, eure Kraft, euren Willen, euren Mut und die Fahrkosten. Schließt euch in euren Gruppen zusammen und bildet Fahrgemeinschaften, um Kosten zu sparen.

Opfer von Zwangsadoptionen in der DDR protestieren in Berlin

Fotos und Text vom Fotografen Thorsten Strasas   (bitte klicken Sie auf den Link, um sich die beeindruckenden Bilder von ihm anzuschauen)

Opfer von Zwangsadoptionen in der DDR protestieren in Berlin

Rund 200 Opfer des Systems der Zwangsadoprionen in der DDR protestieren zum dritten Mal in Berlin, um auf ihr Schicksal und die fehlende Anerkennung und Entschädigung durch die Bundesrepublik aufmerksam zu machen. Zudem steht auch immer noch die Suche nach Angehörigen im Vordergrund. Ihnen schlossen sich auch Opfer von Zwangsarbeit in Gefängnissen und anderem Unrecht in der DDR an. Neben einem Infostand am Brandenburger Tor wurde auch auf einer Strecke zur Siegessäule und zurück demonstriert. Organisiert werden die Aktionen u.a. vom Opferverein OvZ-DDR e.V. (Hilfe für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen). Aktualität erhält der Protest vor dem Hintergrund, dass Fristen für Entschädigungszahlungen auslaufen.