Entschädigung für DDR-Heimkinder

Die Bundesregierung blockiert ein Gesetz zur Verbesserung der Lage ehemaliger DDR-Heimkinder.

Das ist nicht nur beschämend, sondern für die Betroffenen in keiner Weise nachvollziehbar. Selbstverständlich müssen diese ehemaligen Heimkinder rehabilitiert werden, wenn sie aufgrund der politischen Verfolgung und Inhaftierung ihrer Eltern in ein Kinderheim eingewiesen wurden. Das Eine kann das Andere nicht ausschließen.

Katrin Behr, Vorsitzende des Vereins OvZ-DDR e.V. (Hilfe für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen) fordert die Bundesregierung auf, umgehend eine Entscheidung im Sinne der Betroffenen herbeizuführen.

Sie selbst und ihr Bruder, warten seit 2009 auf die strafrechtliche Rehabilitierung ihrer zu Unrecht erfolgten Heimzeit. Der damalige Einweisungsgrund „Inhaftierung der Mutter“ liegt der zuständigen Rehabilitierungskammer vor. Dennoch reicht es immer noch nicht aus, um endlich wie ihre Mutter (2012) strafrechtlich rehabilitiert zu werden.
Behr weiß, dass sie keine Einzelschicksale sind. Wie lange sollen all die Betroffenen noch warten? Wir reden hier nicht von irgendwelchen Vorgangsnummern auf Jugendhilfeakten, sondern wir reden von Menschen.

Behr kritisiert ebenso, dass nebst der politischen Verfolgung oder Inhaftierung der Eltern, sämtliche Folgeurteile wie Sorgerechtsentzüge und Adoptionsfreigaben durch die damalige DDR-Diktatur bis heute noch rechtskräftig sind. Wenn Eltern strafrechtlich rehabilitiert werden, müssen auch sämtliche Folgeurteile aufgehoben werden.

Katrin Behr

Vorsitzende OvZ-DDR e.V.