Sehr geehrte Damen und Herren,

„Aus dem Schatten ins Licht“

Das ehemalige Kaßberg-Gefängnis öffnet am 29.08.2015 von 14.00 bis 20.00 Uhr seine Tore für eine gemeinsame Veranstaltung, um an das politische Unrecht in der DDR an diesem authentischen Ort zu erinnern.

Veranstalter ist der Verein OvZ-DDR e.V. (Hilfe für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen), der in Zusammenarbeit mit anderen Initiativen, wie der Verein Lern- und Gedenkort Gefängnis Kaßberg e.V., der Betroffeneninitiative Sexueller Missbrauch in DDR-Heimen e.V. und der Union der kommunistischen Gewaltherrschaft e.V.

Neben den Veranstaltern sprechen unter anderem Philipp Rochold, Sozial-Bürgermeister der Stadt Chemnitz, Neumann-Becker, Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen Sachsen-Anhalt und Manuela Rummel, GJWH Torgau, Vortrag zur Ausstellungseröffnung „Auf Biegen und Brechen“.

Im Hafthaus ist die Ausstellung „Auf Biegen und Brechen“ zu sehen, eine spezielle Ausstellungszelle wird eröffnet. Karl-Heinz Bomberg stellt sein Buch „Verborgene Wunden – Spätfolgen politischer Traumatisierungen in der DDR“ vor. Besucher können im Rahmen von Führungen das Gefängnis besichtigen.

Zeitzeugen werden für Gespräche und Fragen zur Verfügung stehen. Daneben gibt es ein breites Begleitprogramm. Die Initiativen stellen sich an
Info-Ständen vor.

Im Außenbereich treten ab 16 Uhr verschiedene Musiker unentgeltlich auf, um die Veranstaltung künstlerisch zu unterstützen.
Der Sächsische Landesbeauftragte unterstützt die Tagung, weil er es wichtig findet, dass gerade an dem Ort, der jahrzehntelang als Drehscheibe für den Freikauf von politischen Häftlingen fungierte, an das Unrecht erinnert wird. Dennoch ist gerade vor Ort eine lebendige Auseinandersetzung mit der Vergangenheit von Nöten.

Die Aktivitäten verschiedener Verfolgtengruppen an diesem Ort sind verknüpfend, was somit auch die überregionale Bedeutung des Ortes unterstreicht.
Lutz Rathenow zur Veranstaltung:
„Dass sich verschiedene Initiativen und Vereine immer wieder zusammenfinden, um diesen Ort, wenigstens ab und zu der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und über seine Geschichte zu informieren, begrüße ich sehr. Dennoch bedarf es stetiger Formen der Erinnerung, denn eine Gedenkstätte kann nicht dauerhaft und ausschließlich von ehrenamtlichem Engagement getragen werden. Hier sind Land und Kommune gefragt.“

Katrin Behr
Vereinsvorsitzende OvZ-DDR e.V.