Kundgebung / Aufzug

04.10.2014 in der Zeit von 12 – 15 Uhr zum Thema

Video von der Veranstaltung

Veranstalter

OvZ-DDR e.V. (Hilfe für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen) in Kooperation mit der UOKG e.V.

Termin: Samstag 04.10.2014 von 12-15 Uhr

Ort: Treffpunkt: an der Weltzeituhr, Alexanderplatz 1 in Berlin – Mitte

 

Aufzug (Demonstration)

Start: 12 Uhr an der Weltzeituhr – Karl-Liebknecht-Straße – Spandauerstraße – Rathausstraße (am roten Rathaus) – Gondarstraße – Weltzeituhr

mit anschließende Kundgebung: ab 13 Uhr bis 15 Uhr (auf dem Alexanderplatz an der Weltzeituhr)

 

„Vergessene DDR-Opfergruppen fordern ihre Aufnahme in die Rehabilitierungsgesetze!“

Diese Einladung gilt für alle Betroffenen, Interessierten und Unterstützer.
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Du hast es satt, dass dein erlebtes Leid in der DDR-Diktatur übersehen wird? Du hast es satt, dass Unrecht immer wieder mit anderem Unrecht verglichen wird? Du hast es satt, dass andere zu dir sagen: „Mein Erlebtes war aber schlimmer als deins!“? Du hast es satt, dass andere Entschädigungen erhalten und du nicht? Du hast es satt weiterhin nur als meckerndes Opfer wahrgenommen zu werden? Willst du dich von einem passiven Opfer in einen aktiven Betroffenen verwandeln?

Ja?

Dann bist du hier richtig. Steh auf und schließe dich uns an. Wir gehen in die Öffentlichkeit. Hör auf, dich auf der Couch zu verkriechen, denn dort wird es nicht besser, und werde mit uns zusammen stark.
WIR wollen MIT EUCH gemeinsam und vereint zeigen, dass es UNS gibt.

Link von einer vorhergehenden Kundgebung: http://youtu.be/ JHGkcnRewn8

Unser Motto ist: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Rechte klaut!“

Wieder und wieder werden WIR gemeinsam darauf aufmerksam machen, dass es UNS IMMER NOCH gibt (Heimkinder, Betroffenen von Zwangsadoptionen, verfolgte Schüler, Zwangsausgesiedelte und viele andere verfolgte Gruppen) und bisher bei den bestehenden Rehabilitierungsgesetze nicht beachtet wurden. Stattdessen mussten wir Jahr für Jahr, Monat für Monat, Tag für Tag, Stunde für Stunde, Minute für Minute, Sekunde für Sekunde mit den Auswirkungen der Traumata leben.

Es gibt keinen Unterschied zwischen unseren verschiedenen Gruppen, denn WIR sind alle auf unterschiedliche Art und Weise von DDR-Unrecht betroffen.

Zum Beispiel kann es nicht sein, dass bei der Beantragung der strafrechtl. Rehabilitierung von Heimzeiten die traumatisierten Erlebnisse ignoriert werden, sondern nur auf deren Einweisungsbeschlüsse geschaut wird.

Es kann auch nicht sein, dass die Täter, welche sexuellen Missbrauch an euch verübt haben, ungestraft „davon“ kommen, weil es für diesen Strafbestand eine Verjährungsfrist gibt. Deshalb fordern wir, dass diese aufgehoben wird. Opfer vom sexuellen Missbrauch reden über ihre Erlebnisse erst viele Jahrzehnte später, während sich die Täter in Sicherheit wiegen. Hier muss dringend die gesetzliche Verjährungsfrist aufgehoben werden. Sexueller Missbrauch ist psychisches „Mord“ an der Seele eines Unschuldigen.

Wir wollen weiterhin u.a. auf die Ungleichbehandlung aufmerksam machen, was die Anmeldefristen für den Heimfond Ost und die strafrechtliche Rehabilitierung betreffen.

WIR wollen für mehr Aufklärung in den Bildungseinrichtungen sorgen. Die DDR als Diktatur und ein Teil der gesamtdeutschen Geschichte wird in den Schulen im Lernstoff nicht mehr als 2 Wochen behandelt, siehe Vergleich 2. Weltkrieg. Das verklärt ALLES, was die DDR betraf.

WIR fordern die Aufklärung über eine erfolgte Adoption. Viele Adoptierte waren vor ihrer Adoption in einem Heim. Wenn sie über den Status bis jetzt nicht aufgeklärt wurden bzw. bald werden, können sie keine Leistungen aus dem Heimfond Ost beantragen.

WIR fordern die Rehabilitierung von Zwangsadoptionen und deren Auflösungen, wenn dies von den Betroffenen gewünscht wird.

WIR fordern strafrechtlliche Rehabilitierung für die Betroffenen die in DDR-Spezialheime, DDR-Durchgangsheimen und Jugendwerkhöfen waren.

WIR kämpfen um unsere Rehabilitierung der Menschenrechtsverletzungen , die uns in der DDR angetan wurden.

Wir fordern die Aufhebung der Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch, denn dieser „Tod“ an einer Menschenseele ist immer existent, während die Täter unbehelligt weiter leben. Es kann nicht sein, dass ein Kind / Jugendlicher, der so etwas in staatlichen Einrichtungen erleben musste, nur einen Fond in Anspruch nehmen darf. Geld alleine löscht das Leiden bei den Betroffenen nicht aus. Sie brauchen zusätzlich therapeutische Hilfsangebote und ebenso auch das Gefühl, dass ihre Peiniger nicht ungestraft „davon“ kommen, während die Betroffene Tag für Tag mit diesem Unrecht leben müssen.

WIR fordern die Regierung als Rechtsnachfolge-Staat der DDR auf, endlich, nach fast 25 Jahren, die Verantwortung zu übernehmen.

Was könnt ihr machen? Kommt zu unserer Veranstaltung. Bringt entsprechende Plakate oder sonstiges mit, was für EUER Thema wichtig ist.

Was müsst ihr dafür investieren? Eure Zeit, eure Kraft und die Fahrkosten. Schließt euch in euren Gruppen zusammen und bildet Fahrgemeinschaften, um Kosten zu sparen.